Exkursion zum Montessori-Kinderhaus

Die junge Betreuerin Julia empfing uns sehr herzlich nach einer 1 ½ stündigen Fahrt.
Nachdem wir in dem großen Raum, der normalerweise als Turnhalle diente, Platz genommen hatten, stellte sie uns mit Hilfe einer Powerpoint-Präsentation die Grundprinzipien der Montessori Pädagogik vor. In ihrer Einrichtung stand vor allem die „Integration von Menschen mit und ohne Behinderung“ im Vordergrund, weshalb das Kinderhaus von dem „Verein zur Schmetterling e.V.“ unterstützt wird.
Fotos zeigten uns, dass das Zusammenleben der Kinder mit und ohne Behinderung keine Probleme darstellt. Der „Verein zur Schmetterling e.V.“ bietet hierbei Unterstützung in Form von Ergotherapeuten, Logopäden und Krankengymnasten, die sich intensiv mit der psychischen und physischen Förderung aller Kinder auseinandersetzen.
Die Zusammenarbeit bietet sowohl den baldigen Schulkindern eine gute Vorbereitung, als auch den Kindern mit Behinderung einen weitgehend problemlosen Übergang in die Schulzeit. Der gemeinsame Alltag in der sozialen Gruppe beseitigt schon früh Berührungsängste und ermöglicht somit ein Zusammenleben voller Akzeptanz.

Nach der Präsentation wurde uns eine Führung durch die Einrichtung geboten. Hierbei zeigte uns Julia die verschiedenen Gruppen, die in Farben unterteilt und jeweils einem Raum zugeordnet wurden. Alle Gruppen sind identisch eingerichtet, mit einer kleinen Küchenzeile, einer Spielecke und einer Montessori-Ecke, in der sich die Kinder intensiv mit dem Sinnesmaterial der Montessori Pädagogik beschäftigen können.
Julia erklärte uns, dass diese Übungen immer freiwillig von den Kindern durchgeführt werden, sodass es akzeptabel sei „Nein“ zu sagen. Des Weiteren bietet die Einrichtung eine Küche, in der die Kinder und Erzieher gemeinsam frühstücken und zu Mittag essen, einen Therapieraum, indem die Kinder mit und ohne Behinderung gefördert werden, sowie einen Matschraum, in dem sie sich einmal pro Woche austoben und mit Sand und Wasser experimentieren können.
Zu jeder Gruppe gehört ebenfalls ein Waschraum, in dem die Kinder sich nach dem Essen die Zähne putzen, so dass ihnen schon früh der Wert für die Pflege des eigenen Körpers nahe gebracht wird. Auch die große Gartenanlage wird als Spielplatz genutzt unabhängig davon, ob die Sonne scheint oder nicht. Zudem werden auch Ausflüge bei jedem Wetter getätigt, denn „schlechtes Wetter gibt es nicht, sondern nur schlechte Kleidung“, so Julia. Nachdem wir die Räume, hinsichtlich der Montessoripädagogik, begutachtet haben, widmeten wir uns, einer für Montessori typischen Aufgabe. Julia stellte uns den „Rosa Turm“ vor, indem sie eine Schülerin als praktisches Beispiel mit einbezog. Bei dieser Aufgabe stand vordergründig das Lernziel, den Umgang mit symmetrischen Figuren zu erlernen. Die Kinder gestalten hierbei einen Turm aus unterschiedlich großen Quadraten, die nach Größe geordnet werden sollten. Verwunderlich war hierbei, dass die Erzieher nicht den Fehler bei den Kindern suchten, falls sie etwas falsch machten, sondern sich selber die Frage stellten: „Was habe ich falsch gemacht, sodass Kinder einen fehlerhaften Turm, als richtig empfinden?“


Der Besuch im „integrativen Montessori-Kinderhaus“ hat uns viele neue Einblicke in das Praxisleben der Montessori Pädagogik beschert. Viele Theorieaspekte wie beispielsweise die Sensiblen Phasen wurden durch Beispiele, die Julia uns erläuterte, sehr deutlich und greifbar. Wir, als Pädagogik Leistungskurs können jedem empfehlen eine Montessori Einrichtung zu besuchen, da es den Schülern hilft, die Prinzipien der Pädagogik besser nachzuvollziehen.

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